Zwischen Tapete und Wand
Ein Brief von Helga
Liebe Zoë,
ich weiß nicht, warum ich dir schreibe.
Vielleicht, weil du dich nie richtig verteidigst, aber auch nie untergehst. Weil ich manchmal glaube, dass du dich absichtlich verschleierst — nicht aus Schwäche, sondern aus Entscheidung.
Es ist schwer, dich zu lesen. Das gefällt mir. Die meisten Frauen wollen gelesen werden. Du? Du scheinst zu lesen. Ohne Buch. Ohne Blick.
Ich habe nie verstanden, wie alt du bist.
Und wenn ich dich sehe, denke ich manchmal an die Frau, die ich nicht geworden bin. Und auch nicht hätte werden können.
Das ist kein Kompliment.
Es ist eher ein Brief an etwas, das noch nicht begonnen hat, aber schon da ist.
Ich wünsche dir keine Stärke. Ich wünsche dir nur, dass du dich nicht beeilen lässt.
H.














































