Die Schwestern Gertrud und Else Hauser stammten aus Berlin und verbrachten einen Teil der Kriegsjahre außerhalb Deutschlands. Nach ihrer Rückkehr ließen sie sich 1951 in Windenberg nieder.
Im Erdgeschoss ihres Hauses eröffneten sie das Modehaus Hauser, ein Damenmodegeschäft, das hochwertige deutsche Konfektion führte. Internationale Modeentwicklungen wurden aufmerksam verfolgt, jedoch nie unmittelbar übernommen. Die Schwestern passten Schnitte, Stoffe und Silhouetten an ihre eigenen Vorstellungen und an ihre Kundschaft in Windenberg an.
Besondere Aufmerksamkeit galt in den frühen Jahren den neuen Silhouetten der Nachkriegszeit. Einflüsse des New Look wurden von den Schwestern in tragbarere Formen übersetzt, ohne ihren modernen Charakter vollständig aufzugeben.
Über dem Geschäft bewohnten Gertrud und Else gemeinsam eine Wohnung. Das Modehaus bestand von 1951 bis 1960. Trotz seiner vergleichsweise kurzen Existenz blieb es manchen älteren Einwohnern Windenbergs als ungewöhnlich modernes Geschäft in Erinnerung.
Über das Leben der Schwestern vor ihrer Ankunft in Windenberg ist nur wenig gesichert bekannt.
Kabarett Laterna
Berlin N54 · Scheunenviertel · im Hinterhof, zweite Tür
HAUSER VERKAUFSPROBE
Stück · Kundin · Zusammenstellung
Bezeichnung
Bordeauxrotes Nachmittagskleid
Dunkles, gedämpftes Bordeauxrot
Rayonkrepp mit matter Oberfläche
Herbst 1951
würdig · anziehend · für Windenberg etwas gewagt
KLEIDUNGSSTÜCK
02/07
Verwaltungsangestellte, die selten, aber gezielt kauft. Sie bevorzugt haltbare Stoffe, brauchbare Taschen und eine Verarbeitung, auf die sie sich jahrelang verlassen kann.
„Prüft zuerst Taschen, Knöpfe und Futter.“
„Gute Ware ist wichtiger als Neuheit.“
KUNDIN
01/07
ERGEBNIS
1 Stück
2 Kundin
→ Zusammenstellung
1VERKAUFSPROBLEM
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2REIZPUNKT
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3ÄNDERUNG
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4VERKAUFSWEISE
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5WIRKUNG
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Rekonstruktion E. H. · Quellenlage unvollständig · 1998
Modehaus Hauser
Windenberg · Konfektion · Änderungen
nach Elizas Vorstellung
Modehaus Hauser
Windenberg
Konfektion · Änderungen · Maßkorrekturen
Das Geschäft der Schwestern Hauser florierte nie wirklich. Es blieb durch Änderungsarbeiten, ältere Kollektionen und eine genaue Kenntnis seiner Kundinnen bestehen.
Viel wurde angepasst. Wenig wurde erklärt.
Das Atelier
Arbeitsteil hinter dem Geschäft
Der Stoff
Ein Stoff wird zuerst geprüft, nicht besprochen. Gewicht, Fall, Oberfläche und Widerstand entscheiden, was aus ihm werden kann. Wolle liegt ruhig. Rayon gleitet. Baumwolle hält jede Falte fest.
Die Schwestern arbeiten nicht gegen das Material. Sie warten, bis seine Richtung sichtbar wird.
Der Schnitt
Meist wird nichts vollkommen neu erfunden. Eine Linie wird versetzt, ein Ärmel verkürzt, ein Kragen ruhiger gemacht. Die kleinste Änderung genügt, wenn sie an der richtigen Stelle geschieht.
Wenn alles stimmt, wird es stiller. Der Stoff liegt richtig. Mehr muss nicht gesagt werden.
Stoffmuster
Material, Griff und Geräusch
Aus dem Windenberger Anzeiger
Windenberger AnzeigerLokales
Aus Stoff wird Kleidung
Besuch bei den Schwestern Hauser in Windenberg
Modehaus Hauser, Windenberg
Wer das Geschäft der Schwestern Hauser betritt, hört zuerst wenig. Stoff wird ausgelegt, Kreide setzt eine Linie, die Schere folgt. Vieles, was hier verkauft wird, ist nicht neu im eigentlichen Sinne. Ein Ärmel wird verändert, ein Kragen beruhigt, ein Kleid tragbarer gemacht.
Im hinteren Teil des Geschäfts wird gemessen, gesteckt und genäht. Die Schwestern sprechen nicht lange über ihre Arbeit. Man sieht sie eher, als dass man sie erklären hört.